Ingwer-Shot besser selbst machen


Knollensaft im Warentest
Ingwer-Shot besser selbst machen
Shotshop/imago-images.de

Ingwergetränke sind in aller Munde, vor allem jetzt in der nasskalten Jahreszeit. Denn die Trendknolle soll das Immunsystem stärken. Die sogenannten „Ingwer-Shots“ gibt es in vielen Varianten. Aber was in dran an dem neuen Trend?

Von 6 bis 80 Euro/Liter

Ingwer hat es in sich: Mit ätherischen Ölen und Scharfstoffen heizt er unserem Geschmacksystem ordentlich ein. Und auch dem Immunsystem, glaubt man den Versprechungen der Hersteller. Diese haben sich auf den Ingwer-Hype schnell eingestellt: Ob Drogeriemärkte, Lebensmittelketten oder Safthersteller, sie alle bieten mittlerweile Ingwergetränke an, wobei die Preise von 6 bis 80 Euro pro Liter reichen.

Bei Ingwershots kommt es auf die Scharfstoffe an. Je mehr davon drin sind, desto mehr schmeckt der Trunk nach Ingwer und desto schärfer ist er. Doch die Schärfe ist nicht nur ein Hinweis auf die Menge des enthaltenen Ingwers, sondern auch auf dessen Frische. Denn beim Lagern verliert die Knolle ihre Scharfstoffe. Auch die Verarbeitung hat einen Einfluss darauf, wie hoch der Scharfstoffgehalt ist.

Scharfstoffe variieren erheblich

Auf den Etiketten der Ingwersäfte ist allerdings nur der Ingwergehalt und nicht der Scharfstoffgehalt angegeben. Diesen hat die Stiftung Warentest nun in 19 Ingwershots überprüft. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Der Anteil der Scharfstoffe variierte in den Getränken zwischen 10% und 34%.
  • Shots mit dem geringsten Ingweranteil hatten (erwartungsgemäß) auch den geringsten Anteil an Scharfstoffen.
  • Ein hoher Ingweranteil heißt nicht automatisch, dass viele Scharfstoffe enthalten sind. So hatte ein Shot zwar den höchsten Ingweranteil, seine Scharfstoffe lagen aber nur im Mittelfeld. Ein Grund dafür könnte sein, dass der Shot bei der Verarbeitung pasteurisiert (hoch erhitzt) wird. Dieser Shot war mit knapp 30 Euro/Liter mittelpreisig.
  • Die meisten Scharfstoffe hatte in dieser Prüfung der kaltgepresste Ingwershot von Rewe. Er schmeckte auch am intensivsten nach Ingwer. Mit rund 16 Euro/Liter lag er im unteren Viertel des Preisbereichs.

Was bringt Ingwer?

Ob Ingwer wirklich das Immunsystem stärkt, ist indes fraglich. Klinisch belegt wurde das bisher nicht. Laborstudien deuten aber darauf hin, dass Ingwer durch seine ätherischen Öle antiviral und durch die Scharfstoffe entzündungshemmend wirken könnte. Um diese Effekte zu erhalten, sollte die Knolle allerdings möglich frisch verarbeitet und keinesfalls erhitzt werden, rät Stiftung Warentest.

Besonders frisch ist der Ingwer-Shot, wenn man ihn selbst zubereitet. Selbermachen hat zwei weitere Vorteile: Man spart Müll und hat Kontrolle über den Zuckergehalt – der in einigen käuflichen Shots sehr hoch ist. Ein Rezept für einen gesunden Kurkuma-Ingwer-Shot bieten die Warentester*innen hier an.

Quelle: Stiftung Warentest

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